Der Samenerguss

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Ejakulation

Samenerguss

Der Samenerguss oder auch Ejakulation ist ein physiologischer Vorgang, bei dem das Sperma in rhytmischen Stößen herausgespritzt wird.

Auch der Erguss ohne Spermien wird als Ejakulation bezeichnet, bei dem lediglich Seminalplasma ausgestoßen wird. Auslöser für einen Samenerguss sind sexuelle Reize, meistens durch Masturbation oder Geschlechtsverkehr, die eine automatische Reflexkette in Gang setzen. Durch die rhythmische Kontraktionen der Muskeln des Samenleiters, der Samenblase, der Schwellkörper sowie des Beckenbodens wird das Sperma ruckweise aus dem Penis herausgespritzt. Die Ejakulation von Sperma im Schlaf nennt man auch Pollution.

Ähnlich zum männlichen Samenerguss können auch Frauen während eines Orgasmus einen Flüssigkeitserguss erleben, was als weibliche Ejakulation bezeichnet wird. Bei der ausgestoßenen Flüssigkeit handelt es sich um ein Drüsensekret. Die genaue Zusammensetzung des Sekrets, der anatomische und physiologische Entstehungsort und wie es ausgelöst wird, ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend erforscht.

Normalerweise bekommen Männer ihren ersten Samenerguss zu Beginn oder während der Pubertät. Jungen können aber auch schon vorher einen sogenannten “feuchten” Orgasmus erleben. Das bedeutet, dass sich im Ejakulat (Sperma) noch keine befruchtungsfähigen Spermien (Samen) befinden. Auch ein derartiger Erguss wird heute als Ejakulation bezeichnet. In der Sexualwissenschaft unterscheidet man zwischen “Leerlaufstadium“ (Ejakulation ohne Sperma = samenloser Erguss) und „Funktionsstadium“ (Ejakulation mit Sperma = Samenerguss).

Physiologie

Die Ejakulation wird durch das Sexualzentrum im Zwischenhirn ausgelöst. Deren Nervenimpulse wirken auf sympathische Nervenzellen im Lendenteil des Rückenmarks (Ejakulationszentrum), deren Nervenfasern die Kontraktionen der Genitalgänge und Organe wie Samenleiter, Samenblase und Prostata auslösen. Parallel wird über α-Rezeptoren die Muskulatur des Harnblasenhalses angesprochen, wodurch die Harnblase verschlossen wird. Auf diese Weise wird der Rückfluss von Sperma in die Harnblase und die Beimengung von Urin verhindert.

Das Sperma

Die Spermien entwicklen sich unter Einfluss von Hormonen (Testosteron, FSH) in den Hodenkanälen und den Samenbläschen. Spermien bilden sich lebenslang, lediglich Krankheiten oder verschiedene Toxine können die Spermabildung stören bzw unterdrücken. Von der Prostata wird ein milchiges, dünnflüssiges Sekret (Sperma- oder Seminalplasma) abgesondert, welches sich mit dem Sperma mischt und den Weg zur befruchtungsfähigen Eizelle vereinfacht.

Normalerweise hat das Ejakulat eine weißliche, milchig-graue Farbe. Gelegentlich, wie z.B. nach längerer Enthalsamkeit kann es auch gelbe Pigmente, sogenannte Flavine enthalten, wodurch es leicht gelblich wirkt. Ist die Färbung allerdings rosa, bräunlich oder rot, kann es sein, dass Blut im Sperma ist – dann sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Falls das Sperma eine immer stärkere gelbliche Färbung annehmen sollte, könnte es sein, dass sich Eiter darin befindet, auch dann sollte man unbedingt einen Arzt konsultieren.

Sperma besteht aus zellulären Bestandteilen, den reifen Spermien (Spermatozoen oder auch Samenfäden genannt) und dem Sekret der Geschlechtsdrüsen, dem Samenplasma (oder Seminalplasma).Im Schnitt beträgt das Volumen eines menschlichen Samenergusses 2 bis 6 ml, wobei 1 ml durchschnittlich 20 bis 150 Millionen Spermien enthält (vgl. beim Hengst 200–300 Mio.). Das sind 0,5 % des gesamten Ejakulats – der Rest ist Samenflüssigkeit.
In der Vagina bleibt das Sperma in etwa 24 bis 72 Stunden befruchtungsfähig. Spermien sind mikroskopisch klein und setzen sich aus einem ovalen Kopf, einem kurzen Halsstück, dem Mittelstück und einem Schwanzstück zusammen. Im Kopf befinden sich die Erbinformationen, das Mittelstück sorgt für die Energie zur Fortbewegung und der Schwanz bewegt das Spermium. In der Minute legen die Spermien im Genitaltrakt einen Weg von 3 mm zurück.

Mit Hilfe des Spermiogrammes wird die männliche Fruchtbarkeit untersucht. Dabei werden Farbe, Geruch, Volumen, pH-Wert, Mobilität, Verflüssigungszeit, Lebendigkeit, Spermiendichte- und Anzahl sowie die Optik unter die Lupe genommen.

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